lichtergrün...
Der Mai
die Natur gibt Vollgas

Es ist, als wolle die Natur nach dem langen Winter alles Versäumte in wenigen Wochen nachholen.
Die pure Lebensenergie, die Natur gibt Vollgas.
Die letzten Zugvögel kommen, alles ist auf neues Leben ausgerichtet. Gefühlt auch für mich explodiert die Natur, überall wird gebaut, gefüttert, gewachsen und gelernt. Die Zeit ist kurz um erwachsen zu werden.
Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.
Beobachtungen:
- In Vorbereitung, Beobachtungen folgen...
Was passiert in der Tierwelt:
- Es ist die Hauptgeburtszeit der Rehkitze. Sie liegen regungslos und gut versteckt im hohen Gras.
- Rehböcke haben wieder ihr Geweih.
Unter dem fliegenden Volk, den Vögeln
- Anfang bis Mitte Mai kommen die Pirole zurück.
- Sumpfrohrsänger, Kuckkuck, Neuntöter und Gelbspötter sind mit die letzen die aus den Winterquartieren zurück kehren.
Bei den Insekten und Krabbeltiere
- Federgeistchen, kleine weiße Engel. Ab Mitte Mai zu beobachten, bis in den September.
- Die kleinen Wespenspinnen verlassen ihren Kokon.
- Ende Mai hat die Verwandlung des Alpenbockkäfers von der Larve, die mehrere Jahre versteckt im Buchenholz gelebt hat, über die Puppe zum entgültigen Käfer stattgefunden.
Die Pflanzenwelt
- folgt noch, bitte etwas Geduld...
Was gibt es beim Bauern?
Lagerware:
- folgt noch, bitte etwas Geduld...
Frisch / erste neue Sachen:
- folgt noch, bitte etwas Geduld...
Was wird gepflanzt:
- folgt noch, bitte etwas Geduld...
Im Galarock des heiteren Verschwenders,
Erich Kästner (1899-1974)
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend, über Land.
Es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain.
Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken.
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein.
Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten.
Die Birken machen einen grünen Knicks.
Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten,
das Scherzo aus der Symphonie des Glücks.
Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle.
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei.
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle.
O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai!
Melancholie und Freude sind wohl Schwestern.
Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee.
Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern.
Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh.
Er nickt uns zu und ruft: „Ich komm ja wieder!“
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold.
Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder.
Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt.
Schriftsteller, Chronist des Alltags, Moralist, Gebrauchslyriker
