„Artenschutz auf dem Papier“

Diese Seite befindet sich im Aufbau. Sie dient zunächst als Sammlung der Fragen und Themen, die ich nach und nach recherchieren und in eigenen Beiträgen aufarbeiten werde. Es sind Fragen, die mir im Alltag begegnen: wenn ich Menschen beim Autofahren oder auf Rasthöfen beobachte, beim Einkaufen oder wenn ich ihnen im Internet zuhöre.

Warum ich das mache

Durch die Wildlifefotografie habe ich angefangen, Tiere nicht nur zu sehen, sondern sie wirklich zu beobachten. Je länger ich draußen unterwegs war, desto mehr wollte ich verstehen: Wie leben diese Tiere? Was brauchen sie? Warum sind sie genau hier und warum fehlen sie anderswo?

Aus dem Fotografieren wurde Beobachten, aus dem Beobachten entstanden Fragen. Doch schon der Zugang zu verlässlichen Informationen über Wildtiere ist erstaunlich schwierig.

Wer beispielsweise nach Wollläusen sucht, erfährt vor allem, wie man sie bekämpft. Sie werden zum Schädling erklärt, bevor überhaupt erklärt wird, was für Tiere sie sind, wie sie leben und welchen Platz sie in ihrem Lebensraum einnehmen.

Informationen über Wildtiere sind über Fachseiten, Behörden, wissenschaftliche Veröffentlichungen und einzelne Naturschutzangebote verstreut. Vieles findet man erst, wenn man bereits weiß, wonach und wo man suchen muss. Wer unsere heimischen Wildtiere wirklich verstehen möchte, sollte dafür weder Biologie studieren noch Jäger werden müssen.

Ja, es gibt gute und informative Seiten. Aber diese Informationen müssen auffindbar und selbstverständlich zugänglich sein. Natur ist kein Spezialthema für wenige Eingeweihte. Sie ist unsere Lebensgrundlage und trotzdem vermüllen, vergiften und zerstören wir sie, oft ohne überhaupt zu verstehen, was wir dabei verlieren.

Mit „Artenschutz auf dem Papier“ möchte ich zusammentragen, was beschlossen wurde, was tatsächlich umgesetzt wird und wo der Schutz an unseren Interessen und unserem Umgang mit der Natur scheitert.

Was beschlossen wurde

Konventionen, Richtlinien, Gesetze und politische Beschlüsse:

  • Berner Konvention
  • FFH-Richtlinie
  • EU-Vogelschutzrichtlinie
  • Bundesnaturschutzgesetz
  • Natura 2000
  • nationale Biodiversitätsstrategien
  • Natur- und Artenschutzgebiete

Dabei jeweils zu klären:

  • Wer hat es beschlossen?
  • Wann und aus welchem Anlass?
  • Welche Verpflichtungen entstanden?
  • Wer muss sie erfüllen?
  • Wer kontrolliert die Einhaltung?
  • Welche Folgen hat die Nichteinhaltung?
  • Was wurde später verändert oder abgeschwächt?

Was daraus folgen müsste

Die konkreten Verpflichtungen:

  • Arten und Populationen erhalten
  • Lebensräume schützen
  • Verschlechterungen verhindern
  • zerstörte Lebensräume wiederherstellen
  • Schutzgebiete ausweisen
  • Bestände überwachen
  • regelmäßig über den Zustand berichten
  • bei negativen Entwicklungen handeln

Was tatsächlich geschieht

Die belegbare Wirklichkeit:

  • Zustand der Arten und Lebensräume
  • offizielle Berichte und Bestandszahlen
  • Vertragsverletzungsverfahren
  • Gerichtsurteile
  • fehlende oder verspätete Umsetzung
  • politisch abgeschwächte Schutzregeln
  • formal erfüllte, aber ökologisch wirkungslose Maßnahmen

Rote Listen – wie aktuell ist „aktuell“?

  • Wer erstellt die Roten Listen?
  • Auf welchen Beobachtungen und Daten beruhen sie?
  • Aus welchem Zeitraum stammen diese Daten?
  • Wie häufig werden die Listen überarbeitet?
  • Wie viel der Datenerhebung und fachlichen Arbeit wird ehrenamtlich geleistet?
  • Welche finanzielle und personelle Unterstützung gibt es tatsächlich?
  • Welche Artengruppen sind besonders schlecht erfasst?
  • Was geschieht, wenn Daten fehlen oder veraltet sind?
  • Warum unterscheiden sich bundesweite und regionale Einstufungen?
  • Welche rechtliche Bedeutung hat eine Rote-Liste-Einstufung?
  • Warum ist „gefährdet“ nicht automatisch gleichbedeutend mit „geschützt“?
  • Wie lange dauert es, bis eine erkennbare Bestandsveränderung offiziell abgebildet wird?

Schutzgebiete und was dort trotzdem geschieht

  • Natura-2000-Gebiete
  • Naturschutzgebiete
  • weiterhin erlaubte Land- und Forstwirtschaft
  • Verkehrssicherung und Entfernung von Totholz
  • Freizeitnutzung
  • Wegegebote und andere Schutzregeln
  • fehlende Information und Kontrolle
  • folgenlose Verstöße

Wildtiere und unsere Nutzung der Landschaft

  • Waldwirtschaft
  • fehlende Altbäume und fehlendes Totholz
  • Landwirtschaft und Pestizide
  • Düngung und Stickstoffeinträge
  • Massentierhaltung
  • Futtermittelimporte und Flächenverbrauch
  • Gülle und Gewässerbelastung
  • Versiegelung und Zerschneidung
  • Gewässerausbau und Wasserentnahme
  • Biomasseverteilung zwischen Menschen, Nutztieren und Wildtieren

Wer über Wildtiere bestimmt

  • Politik und Behörden
  • Europäische Union und internationale Institutionen
  • Landwirtschaft
  • Forstwirtschaft
  • Jagd
  • Wissenschaft
  • Naturschutzverbände und NGOs
  • wirtschaftliche Interessen

Wer Zugang zu Wildtierwissen hat

  • Zoos und Tierparks als öffentlich sichtbare Vermittler
  • schwer auffindbare Fachinformationen
  • wissenschaftliche Fachsprache und Zugangshürden
  • Wissen bei Behörden und Naturschutzorganisationen
  • jagdlich oder wirtschaftlich geprägte Darstellungen
  • fehlende allgemein zugängliche Wildtierbildung
  • Naturbeobachtung und Wildlifefotografie als eigener Zugang

Greenwashing und schöne Etiketten

Begriffe und ihre tatsächliche Bedeutung:

  • „Naturnaher Wald“
  • „nachhaltige Forstwirtschaft“
  • „Wildtiermanagement“
  • „ökologischer Ausgleich“
  • „Biodiversitätsstrategie“
  • „Natura 2000“
  • „Naturschutzgebiet“
  • „günstiger Erhaltungszustand“

Dazu jeweils fragen:

  • Was bedeutet der Begriff rechtlich?
  • Was versteht die Öffentlichkeit darunter?
  • Was bleibt trotzdem erlaubt?
  • Wer kontrolliert das?
  • Welche messbare Wirkung gibt es?

Was das für konkrete Tiere bedeutet

Fallbeispiele, die später auf einzelne Beiträge und Tierkarten verweisen:

  • Alpenbock: streng geschützt, aber kaum ausbreitungsfähiger Lebensraum
  • Wolf: geschützt, aber politisch herabgestuft und dem Jagdrecht unterstellt
  • Wasseramsel: abhängig von sauberen, strukturreichen Fließgewässern
  • Eisvogel: abhängig von natürlichen Gewässern und geeigneten Brutwänden
  • weitere Tiere aus deiner Naturdatenbank

Was wirklicher Schutz verlangen würde

  • Lebensräume verbinden
  • natürliche Alterungs- und Zerfallsprozesse zulassen
  • Schutzregeln verständlich vermitteln
  • deren Einhaltung tatsächlich kontrollieren
  • Wildtierwissen frei zugänglich machen
  • wirtschaftliche Nutzung an ökologische Grenzen binden
  • Erhaltungszustände ehrlich bewerten
  • auf negative Entwicklungen reagieren
  • Tiere nicht nur als Bestand, Ressource, Schädling oder Trophäe betrachten
  • Kindern von klein auf vermitteln, dass Natur unsere Lebensgrundlage ist
  • unmittelbare Naturerfahrungen ermöglichen, beispielsweise in Waldkindergärten
  • Artenkenntnis und ökologische Zusammenhänge selbstverständlich in die Bildung aufnehmen nicht erst erklären, wie Natur geschützt werden soll, nachdem die Verbindung zu ihr bereits verloren gegangen ist

Die Seite dient zunächst als Inhaltsverzeichnis. Noch offene Themen bleiben sichtbar stehen; fertige Beiträge werden nach und nach an der passenden Stelle verlinkt.

Was wir selbst tun können

Mir ist bewusst, dass bereits vieles getan wird und nicht jede Verantwortung beim Einzelnen liegt. Ein großer Teil unseres Konsums wird von der Industrie, von Werbung und von dem bestimmt, was überhaupt angeboten wird. Dabei wird gerne auf Angebot und Nachfrage verwiesen. Doch Nachfrage kann nur dort entstehen, wo es ein Angebot gibt. Gleichzeitig schafft und lenkt die Industrie durch Werbung selbst neue Bedürfnisse.

Auch nachhaltiger Konsum muss man sich leisten können. Viele Menschen haben schlicht nicht das Geld, bei jeder Kaufentscheidung die ökologisch beste Möglichkeit zu wählen. Artenschutz und Umweltschutz dürfen deshalb nicht zu einer Frage des Einkommens oder zu einer bequemen Verlagerung der Verantwortung auf den einzelnen Menschen werden.

Trotzdem gibt es Dinge, die fast immer möglich sind: Plastik und anderen Müll nicht in der Umwelt zurücklassen. Nicht jedes Jahr ein neues Handy kaufen. Nicht ständig das Auto, die Möbel oder andere noch brauchbare Dinge ersetzen. Vor einer Anschaffung überlegen, ob sie wirklich notwendig ist.

Auch Reisen gehören für mich zu diesen Überlegungen. Muss es der dritte Flugurlaub nach Afrika sein? Ich lerne Deutschland und seine angrenzenden Länder mit dem Auto kennen. Auch dort gibt es Landschaften, Tiere und Zusammenhänge zu entdecken. Ein Ausflug in die nähere Umgebung ist nicht wertloser, nur weil kein Flugzeug dafür notwendig war.

Ich bin überzeugt, dass viele Menschen anders entscheiden würden, wenn ökologische Zusammenhänge verständlicher und allgegenwärtiger vermittelt würden. Doch wirkliche Aufklärung steht häufig wirtschaftlichen Interessen entgegen. Wer nicht weiß, was durch eine Entscheidung verloren geht, kann diesen Verlust auch nicht berücksichtigen.

Denn am Ende gilt:

Nur was wir kennen und respektieren, können wir schützen!