Kleine Anekdote: Wie eine kaputte Kaffeemaschine mich entschleunigt hat…
…und warum mein Bauch manchmal schlauer ist als mein Kopf.
Vor vielen Jahren kaufte ich mir eine Kapselmaschine. Praktisch, schnell, ein MustHave, so dachte ich. Doch irgendwann dämmerte mir, die Kapseln sind weder nachhaltig noch umweltfreundlich. Also umrüsten auf wiederbefüllbare Kapseln, klappte super, Kaffeemenge und Sorte angepasst, TipTop.
Dann passierte das Unvermeidliche: Die Kaffeemaschine ging kaputt. Die Frage: Neu kaufen oder wie im Wohnmobil auf die gute alte Bialetti setzen? Hin und her, ich entschied mich, eine neue Maschine zu kaufen.
Erster Test: Wasser rein, und plötzlich tropfte es aus dem Wasserbehälter. Undicht! 😱🙄 Mein Bauch sagte schon: „Och neee!“
Ich schrieb den Verkäufer an, und während wir diskutierten, stellte ich fest: Der Behälter war nur undicht, wenn er gerade nicht auf der Maschine saß – beim Befüllen halt. Wenn er drauf war, alles dicht. Also konnte ich die Maschine wenigstens benutzen.
Doch dann, einen Tag später, die Klappe für die Kapseln verklemmte sich, ging nicht mehr auf, ich bekam die Kapseln nicht mehr raus. Endstation. Nun geht die Maschine zurück! Aus Schluss Ende.
Seitdem benutze ich die Bialetti mit frisch gemahlenem Kaffee aus einer handbetriebenen Kaffeemühle. Mein Kaffeekochen wurde eine meditative, bewusste Routine, ein kleiner Moment der Achtsamkeit im Alltag.
Die Moral?
Man muss nicht sofort neu kaufen, wenn etwas kaputt geht. Manchmal ist der Impuls, das Alte loszulassen und das Leben zu entschleunigen, viel wertvoller.
Und sich die Frage stellen: „Brauch ich das wirklich?“
Denn gerade wenn das System, und unser Konsum, uns rasen lässt, sind es diese kleinen Momente der Langsamkeit, die uns wirklich erden, und uns runter holen.
